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  • Julia D. Krammer

DAY#17 THE DIARIES OF C // PANDEMIE-PANORAMA

vulgo: Jules and the cats, eine Heimtragödie in hoffentlich nur 30 Akten.

Die Sache mit der evolutionären Anpassung greift um sich. Habe folgende Ausprägungen bemerkt:

1. Mittlerweile trägt auch ein Freund aus meinem juristischen Umfeld Tierohren und hat ein Glas Whiskey neben seinem Laptop stehen.

2. Eine Freundin hat letztens die Frage mit mir besprochen, ob Casual Friday im Home Office bedeute, dass sie nun ganztägig im Pyjama rumlaufen dürfe. Habe auf diese Frage nur milde den Kopf geschüttelt: das mache ich sowieso schon seit zwei Wochen. #FresstMeinenStaubIhrAbsoluteBeginners

3. Auch ich selbst passe mich meinem Umfeld an. Da die Sache mit dem Mistkübel zu einem echten Problem geworden ist, bin ich dazu übergegangen, mehr Verständnis für die Katzen zu entwickeln. Ich glaube, sie wollten mir mit dem Müll-auf-den-Küchenfußboden-Verteilen etwas sagen. Sie mussten sich irgendwie Gehör verschaffen. Können ja nur Brrr-Laute und Miauen von sich geben. Anpassung in concreto äußert sich dahingehend, dass ich mich ihnen nur noch vorsichtig schleichend nähere, unnötige Geräusche vermeide, die sie erschrecken könnten und ausschließlich durch zärtliche Gurrlaute kommuniziere (wie ich sie von ihnen selbst kenne).

Wenn das alles auch nicht hilft, werde ich mich ergeben und den Müll einfach dort liegen lassen. Auch das ist eine Form der evolutionären Anpassung. Ich werde dann selbst alle Reste auf den Boden werfen, zum Beispiel nach dem Kochen. Wenigstens erübrigt sich so die unliebsame Tätigkeit des Saugens und Boden-Aufwaschens. Ist mir eh immer auf die Nerven gegangen. #coronawinners

4. Anpassungen passieren aber auch im Außen. So habe ich gestern beim Blick aus meinem Arbeitszimmer einen Mann auf dem gegenüberliegenden Balkon gesehen, dessen soziale Hemmungen gen Null gesunken sind. Der hat nun offenbar auch erkannt, dass Wäschewaschen nur etwas für Menschen ist, die mit anderen Menschen in Kontakt treten. Hat sich einfach nackt ausgezogen und die dreckige Unterhose auf den Wäscheständer gehängt.

#wortklang #corona #coronadiaries #coronatagebuch #ArtInQuarantine #writerslife #writersInQuarantine

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