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  • Julia D. Krammer

DAY#21 THE DIARIES OF C

vulgo: Jules and the cats, eine Heimtragödie voraussichtlich 30 Akten.

Am Morgen hat mich der Postler rausgeklingelt, ich habe ihm das Stockwerk über die Freisprechanlage gesagt (als wüsste er es nicht längst) und den Schlafanzug gegen etwas, das auch wie ein Schlafanzug aussieht (das ich aber außerhalb des Bettes trage) ausgetauscht. Ich habe gleichzeitig darüber nachgedacht, wieso er denn neuerdings wieder raufkommt, doch als er nach zehn Minuten (oder einem anderen beliebigen Zeitraum) noch immer nicht da war, habe ich die Tür geöffnet, um nach ihm zu sehen… da lehnte das Paket verlassen an der Wand.

Ich glaube, die Ausgangsbeschränkung durchläuft so etwas wie die fünf Phasen der Trauer. Habe gestern mit einem Freund darüber gesprochen, was die Highlights unserer Tage sind, ich habe gesagt Essen, Sport, Essen, Essen, Fernsehen, Sport, Sport, er hat gesagt, Essen, Sport, Essen, Essen, Fernsehen, Sport, Sport. Die Tendenz ist aber auch auf meinen Social Media-Timelines zu finden. Waren da zuerst vorwiegend humoristische oder musische Strömungen bemerkbar, kamen dann Verschwörungstheorien, Aufrufe, heimische Unternehmen zu fördern, zuletzt eine Phase der Wehmut und Einsamkeit. Heute lese ich viele Beiträge, die uns dazu auffordern, unseren Kindern in Ermangelung eines Klassenzimmer-Settings wieder Dinge wie Kochen, Öl-Wechsel, Blumen-Pflanzen und Menschlichkeit beizubringen.

Ich habe den Appell ernst genommen und den Katzen erklärt, wie das mit den Physalis auf unserem Balkon funktioniert, obwohl die Physalis auf dem Balkon sich noch gar nicht zeigen, seit ich sie eingesetzt habe. Genau genommen sieht der Erdhaufen genau so aus wie vor der Physalis-Pflanzung, aber das macht nichts, das ist wie Theorieunterricht. Dass ich leider immer schon einen schwarzen Daumen hatte, habe ich den Katzen verschwiegen, doch immerhin haben sie die Erde aus dem Blumenkastl geholt, ich glaube, das mit dem Umgraben haben sie verstanden.

Ich glaube, die Ausgangsbeschränkung durchläuft so etwas wie die fünf Phasen der Trauer. Habe gestern mit einem Freund darüber gesprochen, was die Highlights unsererTage sind, ich habe gesagt Essen, Sport, Essen, Essen, Fernsehen, Sport, Sport, er hat gesagt, Essen, Sport, Essen, Essen, Fernsehen, Sport, Sport. Die Tendenz ist aber auch auf meinen Social Media-Timelines zu finden. Waren da zuerst vorwiegend humoristische oder musische Tendenzen bemerkbar, kamen dann Verschwörungstheorien, Aufrufe, heimische Unternehmen zu fördern, zuletzt eine Phase der Wehmut und Einsamkeit. Heute lese ich viele Beiträge, die uns dazu auffordern, unseren Kindern in Ermangelung eines Klassenzimmer-Settings wieder Dinge wie Kochen, Öl-Wechsel, Blumen-Pflanzen und Menschlichkeit beizubringen. #corona #coronadiaries #writersinquarantine #artistsinquarantine #artinquarantine #wortklang

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